logo
Bild2

....und plötzlich kommt die Angst

Ängste und Panikattacken ganzheitlich behandeln

Haben auch Sie schon einmal starke Angst empfunden? Sicherlich, denn beispielsweise Furcht vor einem wilden Raubtier oder einem schweren Unwetter  im Wald ist ein ganz natürlicher biologischer Zustand, eine Art lebensnotwendiger neurologischer Reflex auf eine reale Gefahr, denn hier gilt es oft schnell zu handeln, entweder zu fliehen, zu kämpfen oder sich zu schützen. Eine überaus hilfreiche autonome Reaktion unseres Körpers also, die uns warnen und beschützen soll, denn Ängste vor REALEN Gefahren gehören zur Natur von Mensch und Tier.

Die genaue deutsche Sprache verwendet für diese schützende Angstform das Wort „Furcht“, zur Unterscheidung von unspezifischen, krankmachenden Ängsten die keinen wirklichen Anlass zur Furcht haben (medizinisch auch Phobien genannt) und die zu einengenden Vermeidungshaltungen führen, wie z. B. Angst vor Dunkelheit, oder vor großen freien Plätzen, oder vor einer harmlosen Spinne. Diese phobischen Störungen mit unbegründeten und anhaltenden Ängsten vor Situationen, Personen, Gegenständen oder bestimmten Tätigkeiten nehmen in den Industrieländern seit einigen Jahren rasant zu. Nach Schätzungen sind hierzulande davon bereits über 15% der Bevölkerung mehr oder weniger stark betroffen. Ängste sind damit, neben Stress- und Erschöpfungsleiden, die Hauptursache für Psychotherapeutische Behandlungen.

Ängste entstehen immer im Kopf

Eine sehr wichtige Rolle bei der Entstehung unangemessen starker Angst spielen unsere Gedanken und Phantasien. Wissenschaftlich erwiesen denkt jeder Mensch im Tagesverlauf ca. 40.000 bis 60.000 Gedanken (!), davon sind maximal 5% aufbauend und konstruktiv. Der Großteil dieser Gedankenflut verläuft jedoch ungeordnet und dreht sich meist um Belangloses, Zukunftssorgen, Befürchtungen von negativem, oder eben Ängsten.

Wenn Menschen jedoch in ihren täglichen Gedanken davon überzeugt sind, etwas sei für sie gefährlich, dann werden sie hierzu unweigerlich Angstgefühle empfinden. Das bedeutet unspezifische Ängste entstehen ausschließlich durch die individuelle Bewertung einer Situation als gefährlich oder eben nicht. Diese ständigen Angstgedanken und der entsprechende Umgang mit den auslösenden Ereignissen können für die Betroffenen dauerhaft außer Kontrolle geraten und so zu einer enormen Lebensbelastung ausarten.

Viele Menschen haben absolut übersteigerte Ängste, die ihr Leben in ein unüberwindbar scheinendes Gefängnis verwandeln. Hinzu kommt meist auch eine große Angst vor dem Auftreten der Angst. Diese Erwartungsangst lähmt wichtige Aktivitäten und führt häufig genau dazu, dass es zu einem Angstanfall kommt: ein Teufelskreis von Angstgedanken, Angstgefühlen und körperlichen Reaktionen wird so in Gang gesetzt und ohne Behandlung oft ein Leben lang aufrecht erhalten, oder durch Vermeidungsstrategien kompensiert. Letztendlich entstehen alle beschriebenen Ängste also im Gehirn – und können auch nur dort dauerhaft überwunden werden. Genauso wie das Angstverhalten meist irgendwann unbewusst „erlernt“ wurde und sich nach und nach steigernd verselbstständigt hat, kann es auch – mit gezielter therapeutischer Hilfe – wieder verlernt werden!

Nach medizinisch-wissenschaftlicher Definition sprechen folgende Kriterien für eine krankmachende phobische Angststörung:

  • die Angst ist der Situation erkennbar nicht angemessen
  • die entsprechenden Angstreaktionen halten deutlich länger an, als nötig wäre
  • diese besonders geartete Angst ist durch die Betroffenen weder erklärbar, beeinflussbar noch zu bewältigen
  • die Ängste führen zu deutlichen Beeinträchtigungen des Lebens der Betroffenen
  • die Ängste schränken den Kontakt zu fremden Menschen und Situationen ein

Da sich Phobien gegen alle erdenklichen Situationen oder Gegenstände entwickeln können, ist eine spezielle Bezeichnung jeder phobischen Störung kaum sinnvoll. Andererseits ist es für eine Angsttherapie natürlich wichtig, die genauen auslösenden phobischen Stimuli (z. B. Spinnen, Fahrstühle) und der Umgang damit zu dokumentieren, da eine nachhaltige Therapie genau bei der Konfrontation der Angst auslösenden Reize ansetzt. Mittlerweile sind bereits über 600 verschiedenste Phobien international bekannt und gelistet.

Ursachen und Symptome der Angst

Der bekannte Psychologe und Angstforscher Professor Dr. Ulrich Wittchen spricht angesichts der rasant um sich greifenden Phobien, Panikattacken und Angststörungen folgerichtig vom Beginn eines neuen Zeitalters, dem Zeitalter der eskalierenden Ängste und Depressionen.

Wie ist das möglich, was sind die Ursachen?

Die Palette der Ursachen verschiedenster Phobien und Ängste ist fast so bunt wie das Leben selbst.

Ein wichtiger Grund ist sicher ein zunehmend wahrnehmbarer sozialer Rückzug: viele Menschen igeln sich heutzutage immer mehr zuhause ein. Statt ins Kino oder Theater zu gehen, wird Kultur im Fernsehen, PC oder auf DVD „erlebt“. Eingekauft wird statt früher im realen Fachgeschäft nun im Internet, viele Lebensmittel und Alltagsgegenstände werden auch gleich dort mitbestellt. Statt jemand persönlich zu besuchen, wird telefoniert oder ein Mail / SMS geschrieben, Rückzug auf allen Lebensebenen, statt das Leben draußen real zu genießen. Dieses auch als „Cocooning“ (sich zuhause in einem Cocon einspinnen) bezeichnete Verhalten ist natürlich ein optimaler Nährboden für viele soziale Phobien; statt in vermeintlich bedrohliche Welt hinauszugehen, zieht Mensch sich immer mehr zurück, was ängstlichen Gedanken sehr entgegenkommt! Selbst Kinder spielen kaum noch unbeschwert in Wald und auf Wiesen, sondern meist mit „Ballerspielen“ am Computer.

Sehr beängstigend ist natürlich die starke Reizüberflutung durch die Massenmedien zu diesen Themen: tägliche „Horrorberichte“ über Terror, Missbrauch, Umweltgefahren wie Flutkatastrophen, Verkehrsunfälle, Finanzdramen, Verbrechen, schlimme Zukunftsprognosen, oder über Epidemien durch neue Krankheitserreger. All das zerrt auf Dauer an den Nerven, macht ängstlich und depressiv. Hinzu kommen Filme und Spiele mit stark ängstigenden Inhalten, die besonders schon Kinder frühzeitig verunsichern.

Hier kommt selbstredend auch die Erziehung ins Spiel: Kinder werden häufig in ihrer natürlichen Entwicklung gehemmt (z. B. vermeintliche Gefahren beim Spielen in der Natur überbetont), mit überbesorgten Ratschlägen vor scheinbar gefährlichen äußeren Bedrohungen zugekleistert und dazu ständig auf Leistung getrimmt. So entstehen Ängste vor der Zukunft, vor vermeintlich bösen Menschen und Gefahren, vor schlechten Zeugnissen, Arbeitslosigkeit, etc.

Weitere „Angstmacher“ sind Konsumdrogen wie Alkohol, Kokain, Ecstasy, oder auch die weit verbreitete übermäßige Koffeinzufuhr. Hinzu kommt denaturierte Ernährung aus immer mehr industriellen Fertigprodukten mit teils SEHR fragwürdigen Zusatzstoffen (E-Nummern), die zum Teil Ängste fördern können, wie z.B. bestimmte Farbstoffe, die nicht nur bei Kindern Unruhe, Atemprobleme (z.B. E110-Gelborange) und Ängste fördern können, auch der Süßstoff Aspartam (Stoffwechselstörungen) ist hier zu nennen sowie der Geschmacksverstärker Glutamat, der zu Unruhe u. Übelkeitssymtomen führen kann.

Auch Mineralmangel kann Angsterscheinungen begünstigen, z. B. Magnesium-  oder Zinkmangel! Weiterhin können bestimmte hormonelle Störungen, wie Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion Angst auslösend wirken und auch einige „Medikamente“ wie beispielsweise Antibiotika, beinhalten Stoffe, die Angst fördernd wirken können.

Ein wichtiger Grund für Angstattacken aller Art sind natürlich nachhaltig beängstigende Lebenssituationen, wie der plötzliche Tod eines geliebten Menschen, auf Angst basierende Erziehungsfehler wie Schläge, Einsperren im Dunkeln oder sonstige Kindheitsbedrohungen. Schlimme Erkrankungen oder Schmerzerlebnisse mit der Angst der Wiederkehr, erlebte Unfälle und auch Überfälle, Partnerverlust, Missbrauch, Kriegsereignisse, Übergriffe der „Staatsgewalt“, Branderlebnisse, uvm.

Gleichgültig um welche Grundursachen es sich bei einer speziellen Phobie handelt, die Symptome sind fast immer ähnlich: Atemnot und Engegefühle ( im Volksmund auch „Die Angst schnürt die Kehle zu“), Muskelkontraktionen, Schweißausbrüche, Übelkeit bis zum Erbrechen („schlecht werden vor Angst“), Durchfall („vor Angst in die Hose machen“), Zittern (vor Angst wie Espenlaub), Schwindel, Benommenheit, Druckgefühle im Brust- Bauchraum, Kopfschmerzen, Herzunruhe, Sehstörungen („der Angst nicht ins Auge sehen wollen“) sowie ständige Gedankenschleifen um das beängstigende Thema und ähnliches.

Die Angst an der Wurzel packen…

Ängste, Phobien und Panikattacken hinterlassen ihre Spuren auf vielen Ebenen. Auf der Gefühlsebene, der Verhaltensebene, im sozialen Bereich, im Berufsleben und auf der körperlichen Ebene. Allein schon deshalb gibt es leider kein Patentrezept zur alleinig hilfreichen Therapie, diese kann nur ganz individuell und nach genauer Angstanamnese erfolgen.

Auch wenn dieser Punkt erstmal auf Ablehnung stößt, bei manchen Angstpatienten kommt therapeutisch erschwerend der sog. Sekundäre Krankheitsgewinn hinzu. Natürlich will man seine Ängste loswerden, doch was ist danach? Wenn die Probleme über Nacht verschwunden wären, gäbe es keine Zuneigung, kein Mitleid, keinen Grund des Jammerns oder Rückzugs mehr, keine gewohnte Psychopharmaka und keinen Therapeuten bei dem man klagen kann. Diese Punkte können sehr tief im Unbewussten verwurzelt sein und geeignete Therapien blockieren.

Es sollte auch jedem Angstpatienten bewusst sein, das Psychopharmaka, welcher Gattung auch immer, bei Ängsten nicht wirklich helfen. Sie dämpfen zwar die Angstsymptome aber sie „kümmern“ sie niemals um die Ursachen, packen Ängste nicht an der Wurzel, sondern haben oft starke unerwünschte Nebenwirkungen und blockieren die eigentliche Auseinandersetzung mit der Angst.

Genau diese Auseinandersetzung, die Konfrontation mit Ursache und Auslösern ist jedoch die hilfreichste bekannte Therapieform, auch als Konfrontationstherapie genannt.

Diese Verhaltenstherapie hat das Ziel, sich den Angst auslösenden Reizen wieder anzunähern, sich ihnen konkret auszusetzen. Zuerst in der Vorstellung, dann – oft gemeinsam mit dem Therapeuten – in der realen Welt. Die wesentliche Erkenntnis dieser Arbeit ist, dass nicht mehr länger Ängste die Lebenskontrolle übernehmen, sondern der Klient die Angst kontrolliert. Er gewinnt die Handlungsmacht über sich und sein natürliches, angstfreies Leben allmählich wieder zurück.

Als äußerst hilfreiches Instrument hat sich dabei die Hypnosetherapie etabliert: in tiefer innerer Ruhe, auch Trance genannt, kann der Klient sich im geschütztem Rahmen und nach entsprechender Blockadenlösung, die Angst auslösenden Situationen sehr real vorstellen, sie innerlich erleben, und mit therapeutischer Hilfe eine Art dauerhaften Schutzanker gegen das Auftreten der Angst installieren, welcher in der Realität erstaunlich effektiv weiter wirkt. Auch kann man mithilfe der Hypnose in Kontakt mit der Angst im inneren treten, sie förmlich benennen, erfühlen, mit ihr kommunizieren, sie nach ihrer Aufgabe befragen und letztendlich entscheidend reduzieren oder gar auflösen, was im Alltag als sehr befreiend erlebt wird.

Sehr wertvoll ist in diesem Zusammenhang auch die sog. TimeLine-Therapie. Mit ihr lassen sich im Trancezustand die seinerzeit auslösenden Angststimuli (z. B. als Kind eingesperrt gewesen zu sein und nun stets Angst vor engen Räumen zu haben), aus schützender Distanz neu zu bewerten und auf der Gefühlsebene nachhaltig löschen.

Als Selbsthilfemaßnahme hat es sich sehr bewährt, alle Gedanken und Gefühle im Zusammenhang mit den Ängsten konkret zu benennen, sich der negativen „Gefühls- und Gedankenstrudel“ durch genaues Aufschreiben zu bemächtigen.

Dies nach, oder wenn möglich, vor einer Angstsituation immer wieder neu zu tun, ist eine wichtige Hilfe: was ist mein erster Angstgedanke, mein erster Impuls, was fühle ich genau, wovor genau habe ich eigentlich konkret Angst, wohin lenke ich dann gewohnheitsmäßig meine Aufmerksamkeit, was kann wirklich real passieren, habe ich schon mal erlebt das ist umgefallen bin, etc.? – Die schlimmsten Ängste sind letztendlich die diffusen, unausgesprochenen. Diese ans Licht des Bewusstseins zu bringen, ist oft ein großer erster Schritt zur Erkenntnis und Wandlung!

Die vom Psychoanalytiker Dr. Larry Nims entwickelte Methode BSFF (sinngemäß „befreie Dich schnell davon“) ist bei dieser Bewusstwerdung eine große Hilfe. Die Anwendung ist relativ leicht zu erlernen (siehe Buchtipps), sie geht davon aus, das ausnahmslos alle Emotionen und Erlebnisse in unserem Unterbewusstsein gespeichert sind, es also immer emotionale Wurzeln für unser Empfinden, Denken und Handeln gibt – die mit entsprechenden Glaubenssätzen verbunden sind. So kann es z. B. sein, dass jemand als kleines Kind von Erziehungspersonen oft verprügelt wurde, wenn er dagegen aufbegehrte, gab es noch mehr Prügel. Irgendwann entsteht so im Unterbewussten der Glaubenssatz: „Wehren nützt sowieso nichts, es macht es nur schlimmer“ oder „wenn ich mich wehre, werde ich bestraft“. Hieraus kann mit der Zeit eine unbewusste generelle Angst vor Autoritätspersonen entstehen mit starken Minderwertigkeitsgefühlen.

Diese Gefühle werden detailliert benannt und nach einem bestimmten Schema im Dialog mit dem Unterbewusstsein neutralisiert und schließlich entsprechend gewandelt.

Da sich die Panikgefühle auch körperlich in Nerven und Muskulatur manifestieren   (u. a. Rückenschmerzen, Zähneknirschen, Atemnot, Bauchkrämpfe), sind Methoden wie die Progressive Muskelentspannung, Bioenergetik nach A. Lowen, Atemtherapie oder die Körpertraumatherapie nach D. Bercelli als ergänzende Maßnahmen sehr zu empfehlen.

Bevor oder wenn „plötzlich die Angst kommt“ gibt es gibt es also durchaus effektive Hilfe zur Linderung. Bei starken quälenden Ängsten, Panikattacken, oder bereits bekannten traumatischen Erlebnissen ist es jedoch wichtig, sich professionelle therapeutische Unterstützung zu suchen, um jene Horrorgedanken und -gefühle, welche das Alltagsleben zur Tortour machen, nachhaltig in den Griff zu bekommen und sein Leben befreit wieder genießen zu können.

© 11/2010 Carlo G. Reßler

 

Heilpraktikerpraxis Carlo Reßler -  Austraße 8b  -  53604 Bad Honnef  -  Telefon:02224-901355  - 

Webdesign: (www.sati.pics)